Erfülle mich mit Deiner Liebe


Herr, mein Gott,

Verglichen mit Dir bin ich nichts als ein unbedeutendes Sandkorn.

Durch Dich jedoch, und mit Dir, und in Dir erhalte ich meine Einmaligkeit.

In bloßer Konkurrenz mit den anderen Geschöpfen dieser Welt könnte ich mich schnell minderwertig fühlen. Du aber musst Deine Aufmerksamkeit nicht teilen, um sie jedem Einzelnen von uns gleichermaßen zu schenken. In Deiner stillen Liebe einst Du uns.

Du kennst mich in- und auswendig, Du weißt meine Vorzüge und Schwächen, Du bist Dir jedes einzelnen meiner Schritte gewahr. Alle Haare auf meinem Kopf hast Du gezählt, wie es die Alten ausdrückten.

Hier stehe ich nun vor Dir, und wie viel von dieser frohmachenden Botschaft kann ich annehmen?
Du bist der Unverrückbare, Unermessliche, der mich nach seinem Ebenbild geschaffen und mir dadurch ein ausreichendes Maß an Stabilität und Bedeutung mitgegeben hat.

Liegt es nicht an mir, dass ich von der Fülle nur einfach nicht zugreifen kann, weil meine Aufmerksamkeit am Vergänglichen hängt, weil meine Hände viel zu viel Zeug festhalten?

Herr, hilf mir, all den Tand loszulassen. Zeige mir, wie ich mich freimachen kann, damit ich eines Tages voll Vorfreude singe:

Hier bin ich vor Dir, leer sind meine Hände! Herr, füll mich ganz mit Dir!