Die Sünde wider den Heiligen Geist: eine mögliche Antwort

Manche Menschen fragen: Was ist, wenn mir das Leben im Einklang mit Gott dadurch entgleitet, dass ich die richtige Art, das zu tun, nicht erkannt und festgehalten habe?
Ich bin mir ziemlich sicher: Die Sache verhält sich genau umgekehrt. Wenn es keine Zweifel und Fragen mehr gibt, dann bin ich angekommen.
Denn dieses unser irdisches Leben ist voller Widersprüche, die sich genau dann erklären, wenn ich anerkenne, dass sie das nicht sein müssen.

Das Leben in Gott ist reine Leichtigkeit und Freude.

Dennoch ist es für uns so anstrengend, dorthin zu gelangen. Alles, was wir zu tun haben, besteht nämlich darin, auf jegliches Drama zu verzichten, folglich auch auf jenes der nicht glücken wollenden Gottessuche.

Meine innere Führung ist mir unverbrüchlich eingegeben.

Die mit diesem so sperrigen Begriff umschriebene "Sünde wider den Hl. Geist" beginnt also da, wo ich nicht aus eigener Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit den Gottesbegriff und somit die Lebensregeln eines anderen Menschen übernehme.
Sie setzt sich dort fort, wo ich mein Heil darin suche, meine Auffassungen einem anderen Menschen aufzudrängen, nur um einmal Zurechtgelegtes nicht mehr überdenken zu müssen.
Und sie ist dann am allerernstesten, wenn ich die Schuld dafür, dass mir die Fruchtlosigkeit dieser beiden Wege Unbehagen bereitet, Gott höchstpersönlich in die Schuhe schieben will!

Nun steckt also jedes Menschenkind in seiner je eigenen Konstellation von Herausforderungen in Lebensentwurf und -Bewältigung. So viele Menschen es gibt, so viele fein nuanciert unterschiedliche Wege zu Gott gibt es und der jedem Menschen innewohnende Funken des Heiligen Geistes leitet uns dabei.
Dabei ist es ganz unvermeidlich menschlich, dass wir diesen Weg immer wieder verlassen und uns in unseren persönlichen Illusionen und Dramoletten verlaufen. Doch der Geist, dieser innere Kompass, berechnet die Marschrichtung ständig neu und wir können jederzeit wieder auf seinen Vorschlag einschwenken!

Dass wir uns dabei aber abmühen müssen, liegt nicht daran, dass Gott uns "straft", sondern dass er Konsequenzen aufzeigt. Konkret passiert das oft, indem ich mit Menschen zusammenkrache, die ebenfalls eine Kurskorrektur benötigen.

Wie unendlich beglückend, wenn ich dann auf meinen Weg zurückfinde und feststelle, mit wie vielen Menschen ich ihn durch das offene und freie Teilen des Wortes Gottes gemeinsam gehen kann!

Das ist für mich Kirche:

Die Einheit in der Vielfalt, das gegenseitige Ertragen der Irrungen und Zweifel, die Individualität im gemeinsam erlebten Streben und Sehnen nach Gott.